Eher so Mittelklasse

Er ist schnell. Er ist groß und glänzt silbern in der Morgensonne. Er, das ist der BMW 520d.

Weil es einen Auftrag fern des beschaulichen Würzburgs gibt, und das Angebot der Deutschen Bahn unpassend für dieses Ziel war, musste auf des deutschen liebstes Spielzeug umgesattelt werden: Das Auto. Ich hatte zwei Angebote: Ein Familienminivan für 88€. Und den BMW 520 für 113€. Der Aufrpreis von 25€ schien ein Schnäppchen zu sein verglichen mit dem mehr an zu erwartendem Spaß. Außerdem erforderte der Job keine Familienkutsche, sondern etwas Status.

Die Ausstattung des Bayern ist vom Feinsten: Automatik, Navigation, ordentliche PS- Anzahl, feine Optik und komfortable Innenausstattung ergeben ein tolles Gesamtbild. Beim Abstellen des Autos vor der eigenen Wohnung gefiel der Anblick sehr. „Für die Zukunft, gar keine so schlechte Idee“.

Doch nun rief die Arbeit. 370 Kilometer bis zum Ziel galt es zurückzulegen. Und das auf deutschen Autobahnen, die sich in einem Zustand des schleichenden Zerfalles befinden. Die Automatik erfreut sofort das Herz: ohne dass man einen Schaltvorgang merkt, beschleunigt der BMW auf Geschwindigkeiten, von denen Fahrer von Kleinwagen nur feucht träumen können.

Das ein oder andre mal – oder auch öfter – wird die freie Fahrt durch Baustellen gebremst. Tempolimits behindern das Recht auf freie Fortbewegung in nicht hinnehmbaren Größenordnungen. Doch auch die stellen für den 5er kein Problem dar: Tempolimit rein, sofort verhält sich der Kraftprotz wie ein Klosterschüler und schiebt sich gedultig mit den vom Fahrer zu schnell eingestellten 131 KMH durch die geschwindigkeitsreduzierte Zone. Die Technik in diesem Auto weiß wirklich zu gefallen. Bei der BMW-Marketing Abteilung sollte man mal in Erwägung ziehen, den Nachbarn aus Ingolstadt den Werbespruch zu klauen. Der heißt: „Vorsprung durch Technik“.

Der Spruch von BMW heißt „Freude am Fahren.“ Nun, so richtige Freude konnte nicht aufkommen, und das lag an folgendem: Die Lenkung des Autos erfordert einen gewissen Krafteinsatz, was vor allem bei längeren Strecken etwas nervig ist. Denn im Prinzip gleitet man dank der tollen Technik einfach so über die Straße, muss aber das Lenkrad fest im Griff haben und heftig herumreißen wie ein Schiffskapitän während eines heftigen Westpassagensturmes im 16. Jahrhundert.

Nach der Hälfte der Strecke rief eine moderne Rastanlage zur Ruhepause. Wir hielten an einer dieser mit modernen Klos und amerikanischen Fast-Food-Ketten bestückten Autobahnoasen, die sich allesamt im Besitz von raffgieriegen internationalen Hedgefonds besitzen. Aber das nur am Rande.

Wie gesagt, die – sagen wir – sportliche Lenkung mißfiel ziemlich. „Lustig“ dachte ich mir, als ich am Autobahnoasenkiosk das Manager-Magazin herausnahm und die Titelseite betrachtete.

Denn, abseits der ganzen tollen Technik, enttäuschte mich dieses Auto schon irgendwie. Vor allem die Lenkung. Und deshalb sagte ich dem freundlichen Menschen am Schalter, als ich wenig später ein neues Auto resvervierte, dass ich das nächste Mal lieber das Auto mit dem Vorsprung durch Technik haben wolle. Vielleicht klappts ja bei dem mit der Freude am Fahren.

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Ein Kommentar zu „Eher so Mittelklasse

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  1. An sich n cooler post, aber kannst beim nächsten mal n bisschen detailierter sein?

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