Das Geschichtsgestrüpp

„Denn was die betrifft, die sich unfruchtbaren literarischen Studien hingeben, so herrscht wohl kein Zweifel, dass dies nur geschäftiges Nichtstun ist; die Schar dieser Leute ist […] ziemlich groß. Es war ein krankhaftes Bestreben der Griechen, zu untersuchen, wie viele Ruderknechte Ulixes gehabt habe, was früher abgefasst sei, die Ilias oder die Odyssee, überhaupt, ob der Verfasser beider der nämliche sei, und noch manches andere dieser Art, was, wenn man es sich bei sich behält, als stiller geistiger Besitz uns nichts hilft, oder, wenn man es veröffentlicht, uns mehr lästig als gelehrt erscheinen lässt. […] Nutzen darf man sich von solchem Wissen nicht versprechen. […] Es gilt, nach der nämlichen Seite hin den Forschungseifer gewisser Leute als entbehrlich zu kennzeichnen […] Unser Fabianus pflegte zuweilen zu fragen, ob es nicht besser wäre, sich überhaupt nicht auf diese Studien einzulassen, als sich in dieses Gestrüpp zu begeben.“

Danke, lieber Seneca!

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