Gewaltlos leben

Ich verabscheue jede Form der Gewalt. Ob als Nomen, als Adjektiv; egal: ich mag sie nicht.

Es ist nur folgerichtig, dass ich, im Einklang mit meiner Ablehnung der Gewalt, zuallererst die Staatsgewalt ablehne, dicht gefolgt von Polizeigewalt, für die ich mich ebenfalls nicht erwärmen kann. Wenn ich das Wort Gewalthaber denke, dann denke ich zugleich an jemandem, der mir seinen Willen aufdrücken will, der seine Interessen über meine stellt, dem es egal ist, ob ich bin oder nicht; der mich gewaltsam dazu bringen will, dass ich ihm mein Geld, meine Würde und mein Ich abgebe; ich denke an unsere Politiker, die Gewalthaber, und ich mag sie nicht.

Obwohl nicht so naheliegend bin ich auch kein Freund von gewaltigen Ereignissen, oder besser gesagt: diese sind mir egal, denn etwas gewaltiges, das heißt, überwältigendes und bedrängendes, kann ich in keinem möglichen Ereignis erblicken. Es ist die innere Seelenruhe, die Ausgeglichenheit, die mich immun gegen Gewalt und Gewalttäter aller Art macht. Und im Zweifelsfall bin ich, der ich frei und gewaltlos bin, nicht zu finden, sofern man mich gewaltsam vereinnehmen und beeinflussen will. Ciao!

Auch gewaltsames Vorgehen – gerne von Polizei und ähnlichen Krawallhubern praktiziert, findet bei mir keine Zustimmung. In Anbetracht der Tatsachen stimme ich überein, dass die Aufrechterhaltung der Ordnung ein hohes Gut ist – ich stelle mir vor, wie der Pöpel, der zum großen Teil aus potentiellen Gewaltverbrechern besteht, freie Bahn hätte, und akzeptiere, dass eine öffentliche Regelung wichtig ist. Doch leider gibt es kein Gesetz, dass den Pöpel davon abhielt, ebenfalls den staatlichen Schlägertrupps in grün beizutreten und dann dort ihre niederen Triebe auszuleben. Und so treffen sich dort, wo die Möglichkeit besteht, staatlich legitimiert Gewalt auszuüben, vor allem die Sorte Menschen, die Spaß daran haben, Gewalt in aller möglicher Form auszuüben.

Ich will auch niemandem Gewalt antun. Gewalttätig sein – so etwas macht die Unterschicht, ja, aber nicht ich. Gewalt ist die Ausdrucksform beschränkter Geister, eine intellektuelle Beleidigung, in etwa so wie die christliche Religion. Zum Schluss bleibt nur noch, dass ich gerne hätte, dass das alles auch andere Menschen so sehen – dass ich sie ganz gewaltig überzeugt habe, sozusagen.

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