Wikileaks sagt (4): Der Chinese versteht das Internet.

Die Inhalt eines Artikels der New York Times über Chinas riesige Hackerangriffe auf Europa und die USA ist äußerst interessant; die Überschrift dagegen äußerst falsch.

„Cables Discuss Vast Hacking by a China that fears the Web“ lautet sie.

Besser wäre: Chinesen haben riesigen Vorsprung im Umgang mit neuer Technologie. Sie wissen, wie man mit Computern und dem Internet umgeht und dringen problemlos in Computernetze auf der ganzen Welt ein.

Die Chinesen sperren zwar das Internet, aber nur zum Teil aus Furcht; die andere Seite der Geschichte lautet: Wer das Internet wirksam zensieren will, muss dazu große Anstrenungen unternehmen, viele Leute mit viel Know-How beschäftigen und für eine permanente Weiterentwicklung von Methoden, Wissen und technischen Möglichkeiten sorgen. Wer das Internet zensieren will, lernt notgedrungen, mit der Technik und deren Möglichkeiten umzugehen.

Und diese Technik kann man halt nicht nur zum Zensieren (Also einen Datenweg zu verschließen) nutzen, sondern auch, vice-versa, zum öffen von Datenwegen. So wie der Schlüssel eine Türe entweder verschließen oder aufschließen kann, so können diesselben Computerspezialisten, welche das Internet und Computer abschließen können, diese auch beliebig aufschließen.

Nicht dass manche Staaten nicht auch gerne andere Computer aufschließen würden. Der Unterschied ist, dass es in Europa und Amerika nur äußerst punktuell solche Bemühungen gibt, während in China zentrale, technisch und personell hochgerüstete Einheiten dafür bereit stehen.

Deshalb haben die Regierungen Europas und der USA ein Defizit hinsichtlich des Umgangs mit dem Internet und Computern. Der tatsächlich Aufwand, welchen sie in diesem Bereich für Defensive und Offensive betreiben, ist im Vergleich zum benötigten Aufwand zu klein: Wer als reale Person in eine amerikanische Regierungsbehörde gehen wollte und auch nur ein einziges Dokument analog entwenden wollte, wäre wohl schon 100 Meter vor dem Eingang von einer Horde hochbewaffnetem Personal über den Haufen geschossen worden. Virtuell hingegen bewachen nur ein paar Praktikanten die ganze Sache, während der Überfall mit einem bis an die zähne bewaffneten Spezialkommando durchgeführt wird.

China fürchtet das Internet nicht. China versteht es. Das ist das Problem, und dass die Chinesen dieselben Attacken auch (wohl erfolgreich) auf Deutschland gefahren haben, schon vor den USA. Und deshalb wohl über alle Vorgänge im inneren der deutschen Regierung weit besser informiert sind, als es der Möchtegern James Bond aus der amerikanischen Botschaft je war, auch das sollte klar sein.

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