Wikileaks verrät (5) über Selbsteinschätzung und Realität

Der Amerikanische Botschafter sendet eine Nachricht nach Amerika. Kurz vorher sind die Bombardements von Kunduz bekannt geworden, die Deutschen stehen unter Druck. Botschafter Murphy berichtet über die Befindlichkeiten der Deutschen, doch scheinbar stimmen Selbstbild und Fremdwahrnehmung nicht so ganz überein.

Auf Kritik von Seiten der USA würden die Deutschen in dieser Situation eher dünnhäutig reagieren, schreibt Diplomat Murphy, „weil die Deutschen glauben, sie wären einer der wichtigsten Partner der USA.“

Weil die Deutschen davon überzeugt sind, dass ihre „sorgfältige und zuverlässige“ Verwaltung der Nordprovinz – „obwohl sie selbst wachsende Probleme mit den Aufständischen eingestehen“ – ihnen einen Vertrauensvorsprung bei den Amerikanern einräumen sollte, verbitten sie sich allzu deutliche Kritik.

Da die Deutschen unfähig sind, in ihrem militärischen Kontrollbereich für Ruhe und Ordnung zu sorgen, müssen die Amerikaner 300 Spezialkräfte dorthin senden, wobei der Botschafter aber darauf hinweist, dass die Amerikaner tunlichst jeden Eindruck verhindern sollen, dass dies geschehe, weil man den Glauben an die Fähigkeit der Deutschen verloren habe. Weiterhin charakterisiert der US-Botschafter die Deutschen als „beständig zögernd“, wenn es darum geht, das Militär auch einmal militärisch einzusetzen.

Im Schlusssatz erwähnt der Botschafter, dass man die Deutschen weiterhin in dem Glauben lassen sollte, dass sie die Kontrolle über den Nordteil behalten würden.

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